Randale nach Rapid-Testspiel
Nach dem 1:1 gegen Dinamo Zagreb in Kapfenberg kam es zu Zusammenstößen zwischen kroatischen Fans und der Polizei.
Nach dem Match in Kapfenberg kam es zu schweren Krawallen.
Zu schweren Ausschreitungen ist es Samstagabend nach einem Fußball-Match zwischen SK Rapid und Dinamo Zagreb in Kapfenberg gekommen. Kurz vor Ende des Freundschaftsspiels seien kroatische "Fans" auf die Einsatzkräfte losgegangen, teilte die Sicherheitsdirektion Steiermark mit. Später beteiligten sich auch Rapid-Anhänger an den Auseinandersetzungen. Rund 30 Polizisten und einige Fans wurden verletzt und neun Randalierer festgenommen - für sie wurde Untersuchungshaft beantragt. Weitere Testspiele mit Dinamo Zagreb wurden abgesagt.
Das Match begann gegen 17:30 Uhr im Franz Fekete Stadion. Gegen 19:15 Uhr sei es zu einem organisierten, massiven Angriff kroatischer Fans auf die im Bereich des Haupteingangs aufgestellten Einsatzkräfte gekommen, so die Exekutive. Die Hooligans rissen Pflastersteine und schwere Blumentröge aus der Verankerung und warfen sie in Richtung der Beamten; eine Mülltonne wurde in Brand gesteckt. Zu den kroatischen Fans gesellten sich schließlich auch welche des Wiener Fußballclubs.
Untersuchungshaft
Insgesamt seien etwa 200 bis 300 Menschen beteiligt gewesen, berichtete ein Beamter der Polizeiinspektion Kapfenberg. Die Fans sollen laut Sicherheitsdirektion auf alles eingeschlagen und getreten haben, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Situation konnte erst gegen 20:30 Uhr unter Kontrolle gebracht werden; kleinere Ausschreitungen soll es bis etwa 23:00 Uhr gegeben haben.
Fünf kroatische und vier österreichische Staatsbürger wurden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Leoben hat für alle neun Personen Untersuchungshaft wegen schweren Landfriedensbruchs beantragt, erklärte ein Beamter der Polizeiinspektion Bruck an der Mur. Eine Dokumentationsgruppe habe die Ausschreitungen gefilmt - das Material werde nun ausgewertet.
Ursprünglich seien etwa 50 Polizisten bereitgestellt gewesen; schließlich mussten aber Kräfte aus den umliegenden Bezirken zur Unterstützung gerufen werden: Rund 100 Beamte standen laut Exekutive im Einsatz.
Prellungen und Schürfwunden
Das Rote Kreuz hatte seinen Ambulanzdienst vor Ort für das Spiel auf zwölf Personen aufgestockt; innerhalb von eben so vielen Minuten nach Alarm seien 60 Mitarbeiter im Einsatz gestanden, berichtete Bezirksrettungskommandant Gerhard Gmeinbauer. "Zählt man alles zusammen waren es rund 80 Leute aus dem Bezirk." Behandelt werden mussten vorwiegend leichte Blessuren, Prellungen und Schürfwunden. "Dass alles so glimpflich abgelaufen ist, ist für mich ein Wunder. Die Polizei hat gut gearbeitet", meinte Gmeinbauer.
Im Einsatz waren auch vier Feuerwehre aus Kapfenberg, berichtete Manfred Steinbrenner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kapfenberg. "Es ist mir wie Krieg vorgekommen. Die Randalierer sind wie eine Dampfwalze drübergezogen. Eisenstangen, Sessel, Tische - alles ist durch die Luft geflogen", so Steinbrenner. Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte habe gut funktioniert.
Absagen
Die Organisatoren des "International Football Camp Styria" (IFCS), in dessen Rahmen das Spiel stattgefunden hatte, sagten aus Sicherheitsgründen einvernehmlich mit dem kroatischen Fußballverein alle weiteren Testspiele mit Dinamo Zagreb ab. Wie Andreas Neubauer vom IFCS meinte, seien auch die mitangereisten Vorstandsmitglieder von Dinamo Zagreb über die Vorfälle geschockt gewesen und hätten gemeint, weitere Spiele seien nicht verantwortbar. "Es war ein Risikospiel, das war bekannt. Es hat die höchste Sicherheitsstufe gegeben", so der IFCS-Sprecher. "Angefangen hat ja alles damit, dass es unter den kroatischen Rowdys umgegangen ist." Auch Fahrzeuge von Dinamo Zagreb seien beschädigt worden.
Der Verein hätte am Sonntag gegen Kapfenberg, am 4. Juli gegen Kaiserslauten und am 7. Juli gegen den FC Kopenhagen antreten sollen. "Wir hoffen, dass so etwas nun nicht mehr vorkommt und wir so schnell wie möglich Ersatzgegner finden, entweder internationale oder österreichische Vereine", so Neubauer.
Artikel vom 01.07.2007, 13:09 | apa | wol