EHF CL: HSV verliert bei HC Croatia Zagreb
02.03.08 -
Erste Champions League-Niederlage fällt mit 26:27 (12:12) denkbar knapp aus
Der HSV Handball verpasst durch eine 26:27 (12:12)-Niederlage bei HC Croatia Zagreb die Vorentscheidung in der EHF Champions League-Hauptrunden-Gruppe 3. Die Hamburger verlieren ihr erstes Spiel in der Königsklasse und zugleich die Tabellenführung an die Gastgeber. Nach vier von sechs Gruppenspieltagen belegt der HSV mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter HC Croatia Zagreb Platz zwei der Gruppe 3. Bester Hamburger Werfer im mit 6.500 Zuschauern voll besetzten Dom Sportova war Bruno Souza mit fünf Toren.
Ausgeglichene erste Hälfte
Im mit 6.500 Zuschauern ausverkauften Dom Sportova kam der HSV Handball gegen HC Croatia Zagreb gut aus den Startlöchern. Die Gäste führten durchweg, mit einer Ausnahme (3:4, 7. Minute), bis Mitte der ersten Halbzeit (7:6, 14.). In der Folge blieben die Hamburger jedoch fünf Minuten lang ohne Treffer und gerieten so nicht nur in Rückstand, sondern mussten auch die erste Zwei-Tore-Führung der Gastgeber hinnehmen. Beide Teams agierten in der Defensive offensiv und zwangen einander zu Fehlern. Wiederum zwei Tore in Serie brachten HC Croatia Zagreb nach 23 Minuten erstmals mit drei Treffern in Front. Trotz insgesamt acht Minuten in Unterzahl während der ersten Hälfte kämpfte der HSV sich bis zur Pause wieder heran. Während Kapitän Guillaume Gille bereits zum zweiten Mal auf der Strafbank saß, glich Heiko Grimm zum 12:12-Halbzeitstand aus. Beste Werfer in den ersten dreißig Minuten waren auf Hamburger Seite Kyung-Shin Yoon und Guillaume Gille mit jeweils drei Toren. HC-Akteur Mirza Dzomba war vor der Pause siebenmal erfolgreich.
Entscheidung fällt erst in den Schlussminuten
Während die Gastgeber über die gesamte Spieldauer nur sechs Torschützen hatten, zeichnete den HSV aus, dass außer Iwan Ursic alle eingesetzten Spieler trafen. Im Tor bot Johannes Bitter mit insgesamt 13 Paraden eine gute Leistung. So konnten die Hamburger die Partie auch nach der Pause offen gestalten. Bis dreizehn Minuten vor dem Ende war der Spielstand ausgeglichen (21:21, 47.), ehe Zagreb erstmals im zweiten Durchgang mit zwei Toren in Führung gehen konnte (23:21, 49.). Der HSV kämpfte sich jedoch wiederum heran. Vor allem Bruno Souza, der erst nach der Pause gekommen war, trumpfte nun auf und war am Ende mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze seines Teams. Bis zur 54. Minute glichen die Hamburger wieder aus (24:24) und konnten sogar, erstmals in der zweiten Hälfte, ihrerseits in Führung gehen (25:24, 55.). Der HSV profitierte dabei von der ersten eigenen Überzahl: Die russischen Schiedsrichter Igor Chernega und Viktor Poladenko hatten mit Niksa Kaleb sechs Minuten vor dem Ende den ersten Spieler Zagrebs auf die Strafbank geschickt. Bis zur 58. Minute hatten die Gastgeber jedoch den erneuten 26:26-Ausgleich hergestellt. In der Schlussminute ging HC Croatia Zagreb mit 27:26 in Führung und profitierte in der Folge von einem Abspielfehler in der Hamburger Offensive. Die letzten Sekunden in Ballbesitz ließen die Gastgeber die Uhr herunter laufen. Der HSV verliert somit erstmals ein Spiel in der EHF Champions League und gibt die Tabellenführung in der Hauptrunden-Gruppe 3 an den kroatischen Rekordmeister ab.
HC Croatia Zagreb: Jerkovic (2 Paraden, 20.-40); Somic (8 P., 1.-20., 40.-60.);
Lazarov 7/3, Dzomba 7/3, Vori 6, Duvnjak 3, Kaleb 2, Horvat 2, Bicancic, Valcic, Kopljar, Vukic, Koloper, Spoljaric n.e., Bedekovic n.e.
HSV Hamburg: Bitter (13 P., 1.-60.); Sandström (für zwei Siebenmeter eingewechselt); Müller n.e.;
Souza 5, G. Gille 4, Hens 4, Yoon 3/2, Lindberg 3, B. Gille 2, Flohr 2, Jansen 1, Lijewski 1, Grimm 1, Ursic, Togovanov n.e., Schult n.e.
Siebenmeter: 6/6 – 2/2
Strafminuten: 1 – 6 (Kaleb – G. Gille 2x, B. Gille, Yoon, Lijewski, Flohr)
Spielfilm: 0:1 (3.), 1:1 (3.), 1:2 (4.), 2:3 (5.), 3:3 (6.), 4:3 (7.), 4:4 (9.), 4:5 (11.), 5:5 (12.), 5:6 (13.), 6:6 (13.), 6:7 (14.), 7:7 (15.), 8:7 (16.), 9:7 (19.), 9:8 (20.), 10:8 (23.), 11:8 (24.), 11:9 (27.), 12:9 (28.), 12:10 (28.), 12:11 (29.), 12:12 (30.) – 13:12 (32.), 13:13 (32.), 14:13 (33.), 14:14 (34.), 15:14 (34.),15:15 (35.), 15:16 (36.), 16:16 (38.), 16:17 (39.), 17:17 (40.), 18:17 (41.), 18:18 (42.), 19:18 (43.), 19:19 (43.), 20:19 (44.), 20:20 (45.), 21:20 (46.), 21:21 (47.), 22:21 (47.), 23:21 (49.), 23:22 (49.), 24:22 (52.), 24:23 (52.), 24:24 (54.), 24:25 (55.), 25:25 (56.), 25:26 (57.), 26:26 (58.), 27:26 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Es war über die gesamte Spielzeit eine sehr ausgeglichene Partie. Es hätte zwar auch anders ausgehen können, aber am Ende hat es für uns leider nicht gereicht. Ich gratuliere Zagreb zur Tabellenführung, denke aber, dass es am Ende einen Dreikampf um den Halbfinaleinzug geben wird. Portland San Antonio hat noch zwei Heimspiele und daher auch noch beste Chancen. Aber auch wir sind noch nicht aus dem Rennen.“
Johannes Bitter (Torwart HSV Hamburg): „Sicher ist es bitter, am Ende so knapp zu verlieren. Wenn wir selber aggressiver spielen und weniger Fehler machen, dann gewinnen wir hier auch. Wir haben kurz vor Schluss einfach versäumt, die Big Points zu machen. Wir haben gesehen, dass wir mit Jedem mithalten können, das müssen wir für die nächsten Spiele aber auch mal von vornherein beherzigen. Nun müssen wir zwar die beiden restlichen Spiele gewinnen, haben es aber immer noch selber in der Hand, ins Halbfinale zu kommen und daher auch die besten Chancen. Wir dürfen den Kopf trotz dieser Niederlage nicht hängen lassen.“
Lino Cervar (Trainer Croatia Zagreb): „Hamburg hat sehr korrekt gespielt. Meine Mannschaft hat aber zu Recht gewonnen und ist nun verdientermaßen Tabellenführer.“
Notizen zum Spiel:
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Kyung-Shin Yoon erzielte gegen HC Croatia Zagreb sein 450. Pflichtspieltreffer für den HSV Handball.
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Der in der zweiten Hälfte eingewechselte Bruno Souza warf sein 100. HSV-Tor und schraubte seine persönliche Bilanz noch auf insgesamt 102 Treffer.